Jacobschafschau bei Spycher-Handwerk in Huttwil

Schafschur in Huttwil, 2013

Spycher-Handwerk

Spycher-Handwerk – ein grosser Bauernhof mit einem riesigen Wollladen und eigenen Woll!-Tieren liegt zwischen den grünen Hügeln im Emmental, Kanton Bern. Abseits vom Autobahn, ländlich und ohne städtischer Hektik. Beim schönstem Sommerwetter fuhr ich über 100 km nach Huttwil. Eigentlich fahre ich mehrmals im Jahr dorthin, um Wolle zum spinnen zu besorgen. Dieses mal ging es um Jacobschafe und andere Woll-Tiere. Es ist ein Tag, an dem man auf dem Hof hinter den Laden darf.

Als erstes ging ich in die grosse Scheune. Da wurden schon Jakob-Schafe ausgestellt. Die seltene und schöne Rasse. Die Schafe sehen toll aus: das schöne gefleckte Fell und 4 Hörner! An diesem Tag wurden Miss und Mister „Jakob“-Schweiz gewählt. Die Schweizer – Jacobschafliebhaber haben ihre Schäfchen zum Präsentieren und zum Verkaufen gebracht.

                                                   Jacobschafe

 

Viel mehr Bilder auf Flickr-Seite

Mir ging es mehr aber um andere Tiere. Die Kaschmir- und Angora -Ziegen! Ja, sie haben die. Zwar nur wenige, dafür ganz süsse. Leider waren die Angora (Mohairziegen) geschoren. Man könnte trotzdem gut dieses schöne lockige Fell sehen. Glänzend in der Sonne. Auf den Fotos im strahlenden Sonnenlicht  brennt die weisse Fellfarbe einfach weg. Besonders die kleinen Babys waren herrlich. Tolle Hörner trug der Bock.

Mohairlamm

Angoralamm

Ein kleiner Baby-Angora hat sich von der Familie abgeseilt und war die ganze Zeit mit Lamas auf der Wiese. Man erzählt, dass die Lamas und Alpakas sind bessere Beschützer als die Hunde. Ich konnte es die ganze Zeit beobachten. Auf den Fotos sieht man die Ziegen klein oder gross immer zusammen. Tatsächlich liefen die immer den grossen Alpakas und Lamas nach, die kleinen Zieglein auch zwischen den Füssen. Und wenn ein Zieglein ging weiter, lief im Alpaka oder Lama nach. Immer zusammen. Wenn die Menschen zu nah kamen, gingen die grossen in eine Eingreifposition. Habe ich bisschen erlebt. Zwar kam nicht zu einer unangenehmen Situation (die Tiere sind doch friedlich), aber man versteht schon: Mensch, pass auf! Ich durfte auf die Wiese zum Fotografieren und wurde vom spuckenden Alpaka-Aufpasser gewarnt. Tja, ich wollte wirklich nicht zu nah und ging schnell hinter den Zaun. Es kam dann auch Kamel dazu und mir wurde etwas ungemütlich.

Neben den Kameliden und Ziegen, gibt es noch andere Wollschafe und Wollschweine. Auch eine bedrohte und seltene Rasse. Bei denen war es ziemlich lustig und hektisch.

Sehr schöne weisse Skudden mit kleinen Lämmchen und braune Walliser (Schawarznasenschafe) Landschafe grasten friedlich auf der Wiese. Tatsächlich die meisten Fotos sind von den fressenden Tieren. Ein Paar schöne Porträts sind mir doch gelungen. Schaut auf meine Flickr-seite mit vielen Fotos.

Bin eigentlich wegen den Ziegen da gewesen. Kein Wunder. Ich wollte unbedingt aus der Nähe die Kaschmirziegen sehen und vielleicht mal anfassen. Anfassen ging es leider nicht, die waren vorsichtig. Ich war ganz nah und könnte gut erkennen, wie das Fell doch fein ist. Man kann das auch auf den Fotos erkennen. Toll ja?

Cashmere goat

Kaschmirziege

Feinste Unterwolle-Flaum ist sehr begehrt und so wenig kriegt man davon von einer Ziege. die Kaschmirziegen werden nicht geschoren! Nur gekämmt! Ein mal im Jahr werden nur 150-200 gramm gewonnen! Gruss an alle Klamottengeschäfte, die in grossen Mengen Kaschmirpullis und Mäntel verkaufen. Es gibt so viele Kaschmirziegen nicht auf der Welt, um diese Pulloverberge in reinem Kaschmir zu produzieren!!! Na, ja. Für egenen Bedarf würde ein Paar Zieglein doch reichen. Und zwar für feinste luftigste Ajourschals! Wie es seit Jahrhunderten in Orenburg, Russland in den frostigen Steppen gemacht wird.

Tuchanfang, Shawl beginning, Laceborder

Tuchanfang, Lacebordüre in Orenburgstyle modifiziert

Übrigens ich füge ab und zu Ajour- oder Lacemuster in die Strickmodelle. Gerade jetzt arbeite ich an einem Schal mit der typischen für Orenburg Ajourrand und Lochmustern, dazu werden noch in gleichem Stil Ajoursocken mit Borte geben. Etwas Geduld, bald kommt es.

Nach der Mittagspause ging es noch zum Wollekauf. Der Laden befindet sich in zwei grossen typischen Schweizerscheunen mit einem gedeckten Übergang. Der Laden ist reich an Wolle und allen möglichen Wollprodukten. Es ist kein Wunder, dass da aktiv gekauft wird.

In der ersten Scheune mit dem Haupteingang findet ihr alles um Fell, verarbeitete Wolle und Pflegemittel. Die zweite Scheune ist für uns die wichtigste. Alles, was in der Schweiz zum Spinnen, Filzen, Weben und etwas zum Stricken zu finden ist, ist hier. Können sie nicht kommen, schauen sie auf die Webseite von Spycher-Handwerk.ch.

Der nächste Punkt ist in der dritten Scheune gewesen. Da wo die Wolle kardiert wird, und zwar in grossen Mengen. Die Schafhalter bringen hierher ihre Wolle zum Waschen, Kardieren, zum Verkauf.

So ging der Tag langsam zu Ende, ich musste noch nach Hause die 100 km fahren. Das nächste mal würde ich noch im Oktober zur Schafschurfest schaffen. 33. Schafschur Huttwil unter dem Motto „Vom Schaf zum Kleidungsstück“ am Samstag 19. Oktober 2013 an der gleichen Stelle. Es sollte Schafschur, Border Collie-Hütehunde- und Wollverarbeitung – Demonstration geben. Ich habe es noch nie zu dieser Zeit geschafft zur Schafschur. Wenn das Wetter mitspielt, mache ich das.

Hier ist der Link zu Spycher-Handwerk und zu den Bildern auf www.flickr.com

Ein Gedanke zu „Jacobschafschau bei Spycher-Handwerk in Huttwil

  1. Pingback: Stricken und Spinnen wie in Orenburg | Wollefein

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